Gerade jetzt …

… sollten wir vor lauter Corona nicht vergessen, wo die wirklich wichtigen und ernsten Themen (natürlich neben der Pandemie) unserer Gesellschaft beheimatet sind.

Ein wenig erinnert mich die aktuelle Situation an 2015, als die Regierung immer sagte, man habe kein Geld für gewisse soziale Projekte, speziell den Haus- und Wohnungsbau für Bedürftige und kinderreiche Familien, man müsse sparen … und wir alle wissen, was dann geschah. Mehr als eine Million Flüchtlinge, Geld in Hülle und Fülle und plötzlich schossen die Projekte nur so aus dem Boden. Gewiß, eine sehr schwere Situation damals, aber leider auch eine außer Kontrolle geratene. Corona kommt aus einer ganz anderen Schublade. Einer, die vermutlich noch eine ganze Weile geöffnet bleiben wird. Und leider ist ja auch zu befürchten, daß die sich wehrende Natur ihre pandorianische Büche noch nicht wieder geschlossen hat, bzw. durch neue Herausforderungen, wie z.B. Mutationen, neue Aufgaben stellt.

Wie politische Parteien und einzelne politisch Verantwortliche weltweit versuchen, die Pandemie – von deren Erreger und deren Verlauf man immer noch erstaunlich wenig weiß – für ihre ganz eigenen Ziele zu benutzen, ist widerwärtig. Das ist das eine. Eine weitere, für mich erschreckende Wahrheit ist jene, wie viele ungebildete (ich meine dumme), bzw. schlecht informierte, verblendete und fehlgeleitete Wesen es unter uns gibt. Betrachtet man voller Sorge die Zahlen von Demonstrationen gegen Regierungsprogramme, die Regierung selbst und hört sich die Argumente der Verschwörungstheoretiker an, so möchte man es zunächst nicht glauben und später unter heftigem Kopfschütteln hoffen, daß der Staat, also wir alle, die Kraft besitzen und den Mut, gegen diese Verrückten vorzugehen, bzw. ihre Theorien zu  entlarven. Wer nach anderthalb Jahrzehnten Regierung Merkel nach Jahrzehnten Bundesrepublik  Deutschland behauptet, daß wir auf eine faschistische Epoche zusteuern, dem ist wohl schwer zu helfen. Es ist doch unsinnig, zu behaupten (und zu erwarten), man könne alles richtig machen bei der Lösung eines Problems, das niemand auf der Welt vollinhaltlich erkannt hat geschweige denn im Griff. Die teilweise mutigen und verantwortungsvollen Maßnahmen, die uns allen viel abverlangen, als undemokratisch und diktatorisch zu bezeichnen, ist einfach unwahr und dramatisch unfair.

Aber ich denke mal, bei dem Begriff „Verantwortung“ sind wir auf des Pudels Kern gestoßen. Denn gerade diejenigen, die keine zu tragen haben, bzw. nie welche zu tragen hatten, die schreien am lautesten und dümmlichsten in die Welt hinaus. Namhafte Künstler findet man darunter, die aus ihren gesicherten Villen in Beverly Hills oder der Karibik dummes Zeug erzählen, sogar Bischöfe sind unterwegs mit Kritik und merkwürdigen Briefen, natürlich unser aller Freund Donald und sein Bruder im Geiste Bolsonaro, die so unglaublich schlicht sind, daß sie denken, man könne die Situation um diese Krise einfach ignorieren oder per Dekret lösen. Trump ist echt erschüttert, daß hier seine Anordnungen völlig versagen, daß man ihm die Demontage der obamaschen Gesundheitsreformen übel nimmt und daß selbst Schußwaffen oder die Androhung von Strafzöllen oder Atomschlägen nicht fruchten. Er wirkt wie ein kleiner Junge, dem man sein Spielzeug weggenommen hat. Und er ahnt wohl, daß die Amerikaner durchaus in der Lage sein könnten, ihm sein großes Lieblingsspielzeug, die USA, im Herbst wegzunehmen.

Was mich ja schon lange beschäftigt, meine Leserinnen und Leser wissen das, ist die Frage, wie es gerade jetzt zu dieser auffälligen Anhäufung von entweder skrupellosen oder unfähigen Staatslenkern kommt. Natürlich, sie haben recht, Skrupellose oder Unfähige gab es immer schon. Das stimmt natürlich, aber dieses massierte Auftreten, diese zeitgleiche Anhäufung? Es gab doch früher auch Gorbatschovs und Reagans! Heute haben wir Putins und Trumps! Es gab viele alte Recken an der Macht, die den letzten Krieg noch in den Knochen oder im Gehirn hatten. Heute hat man das Gefühl: Mensch, laß uns den Kram doch mal wieder einsetzen. Jawolll! Und wenn es sein muß, dann eben gegen das eigene Volk (Assad). Jawolll, oder wir schnappen uns mal eben einen ganzen Landstrich, wissend, daß die Welt den Arsch zu weit unten hat, um entscheidend einzugreifen (Putin, Krim). Jawolll, schmieden wir Pakts mit den Verbrechern und Landzerstörern, bereichern uns selbst und zerstören die Natur dabei (Bolsonaro). Oder aber wir mäandrieren geistlos, besoffen von der Macht durch das Land, kappen die wichtigsten Drähte der vernünftigen Zusammenarbeit und zwingen ein, sicherlich nicht unschuldiges oder unbeteiligtes, Volk in die Isolation (Boris Johnson). Wo kommen all die Orbans und Kaczynskis, die Xi Jingpings und andere Egomanen plötzlich her und wie alle gleichzeitig an die Macht?

Und ist es nicht grauenhaft, wie sie mit der Krise umgehen? Von staatlicher Anordnung, daß es alles nur Propaganda ist, bis hin zur Leugnung der Fakten, trotz tausender von Toten bis hin zur Darstellung der eigenen Person (habe alles im Griff, Trump) ist das ganze Spektrum dabei. Ist es nicht andererseits herzerfrischend demaskierend, zu sehen, daß manche Länder ein Potential an Waffen besitzen, um diesen Planeten mehre tausendmal in die Luft zu jagen, aber keine Toiletten, zu wenig Krankenhäuser, zu wenig Ärzte, kein Gesundheitskonzept oder, wie z.B. die USA, sechsmal so viele Unversicherte wie ganz Norwegen Einwohner!!! Ist es nicht absolut aufschlußreich, zu beobachten und zu erleben, wie eindimensionale Geister an einer ungewohnten Aufgabe scheitern, bei  der sie ihre liebgewonnenen Machthebel nicht einsetzen können?

Sind wir uns nicht alle sicher, daß wir das derzeitige Geschwätz der AfD-Granden nicht!!! unkommentiert hinnehmen müssen? Sind wir uns nicht sicher, daß man den schatzhaft bedeutungslosen Herrn Lindner, dort belassen sollte in seiner Bedeutungslosigkeit? Sind wir uns nicht einig, daß man solchen Menschen, die irregeleitet sind, helfen sollten? Sicher ist es schwierig, sich einmal auf das andere Ufer der Meinung zu begeben, aber schauen Sie, täglich spricht man von der Reproduktionszahl. Transponieren wir sie doch mal auf unseren Alltag. Wäre es nicht eine sagenhafte und erfreuliche Reproduktion, wenn es uns gelänge, auch nur einen einzigen AfD Wähler oder Sympathisanten „umzudrehen“, ihn auf die rechte demokratische Bahn zu führen, ihn nicht mundtot oder unkritisch zu machen, aber wach und fair, vielleicht sogar geschichtsbewußt?

Vielleicht teilen Sie diesen Blog, diese Gedanken mit Menschen, die auch wissen, daß nach der Krise die Krise wartet. Eine, die nicht schläft, sondern ganz bewußt ihre Finger in anfällige Gehirnwunden legt. Hier aber haben wir –  anders als bei Corona – alle Methoden und Werkzeuge selber in der Hand. Wir benötigen nur die Kraft und den Mut, sie auch einzusetzen. Ist es nicht einmalig, und einmlig wertvoll, zu wissen, daß ich einen AfDler nicht wählen muß? Daß ich ihm öffentlich sagen darf, wie tief und fundiert ich seine braune Gesinnung durschaue und verachte?

Ja, das ist in der Tat toll in unserem Lande. Und Sie wissen, wie kritisch ich hier oft auftrete, aber heute soll einmal die Frage erlaubt sein: Wo bitte geht man besser mit der Covid 19-Krise um als in Deutschland?

Bei dem Problem „rechts“ haben wir deutlich!!! Luft nach oben. Deshalb sollten wir auch in diesen Tagen gerade dieses Problem nicht vernachlässigen oder von der Tagesordnung nehmen.

So, nun aber wieder die Masken auf oder ab in den Garten.

Danke für´s Zuhören.

Ihr

Gehhobmidochgern

Logische Entwicklung oder tödliche Ungeduld – Corona am Wendepunkt

Covid 19 hat dem aufmerksamen Bürger viel gezeigt, unglaublich viele Dinge verändert, Liebgewonnenes in einem anderen Lichte erscheinen lassen und uns alle irgendwie verändert. Ich befürchte aber, die meisten nur sehr temporär.

Lassen Sie mich dem Folgenden ein Zitat von Arthur Schopenhauer voranstellen, daß eine Facette der Krise treffend beschreibt: „Ein geistreicher Mensch hat, in gänzlicher Einsamkeit, an seinen eigenen Gedanken und Phantasien vortreffliche Unterhaltung, während von einem Stumpfen die fortwährende Abwechslung von Gesellschaften, Schauspielen, Ausfahrten und Lustbarkeiten, die marternde Langeweile nicht abzuwenden vermag.“

Jawohl, wie fehlen uns doch Panem et Circenses, wer stillt unseren Kulturhunger und die genußreichen Abende im Biergarten, die Ausflüge an den Tegernsee und auf den Darss, in die Eifel und in die Düsseldorfer Altstadt? Wie ist eine Woche ohne Bundesliga, Pokal und Champions League überhaupt auszuhalten und für den Gläubigen der Gang ins Gotteshaus, um dort Kraft zu tanken? Wir müssen nicht erschrecken, wenn wir im Spiegel einen Menschen erkennen, der ohne gewisse Alltagsereignisse in der eigenen Anmutung derzeit ein Leben führt, das nicht komplett lebenswert erscheint.

Dramatisch erschrecken müssen wir aber, wenn es, wie befürchtet, zu häuslicher Gewalt gegen Kinder, zu Vergewaltigungen und anderen Exzessen kommt. Werden wir nicht unterhalten, dürfen nicht ins Stadion, die Kneipe oder ins Kaufhaus, so mutieren manche Menschen zu Zombies, die auf alles schimpfen und tatsächlich die Kontrolle verlieren. Wie schwer haben es doch, und wie undankbar ist die Aufgabe, die die Entscheidungsträger haben bei der Abwägung von Risiko gegen Verantwortung, Leben und oder Tod. Es allen recht zu machen, ist ein Ding, das keiner kann.  Und alles richtig zu machen, erstrecht nicht.

Deshalb ja auch meine Befürchtung, das dem jetzt so heftig geforderten Ende des Shutdowns die bittere Erkenntnis folgen wird, das ein Virus sich nicht an Wunsch-Parameter der sozialen Marktwirtschaft hält und das der Freude über die anscheinend wiedergewonnene Freiheit die bittere Erkenntnis einher gehen wird, das die Vorsichtigen, die Mahner und Wissenschaftler doch recht hatten, nicht die Ökonomen, die Vorstände, Banker oder die Schwätzer, die bei notwendigen Maßnahmen von Freiheitsberaubung sprechen.

Ja, Corona hat uns viel gezeigt. Unter anderem, das Politiker wie beispielsweise Herr Laschet oder Herr Lindner in zu großen Schuhen stecken, aber auch, daß ein ehemaliger, politischer Rumpelfüßler wie Markus Söder an Profil durchaus auch gewinnen kann, eine Mutation zum Besseren erlebt. Menschenverachter wie Trump oder Bolzonaro schaufeln sich ihr eigenes politisches Grab und unterstreichen damit nur, was alle Welt schon vorher wußte: Man muß es nicht nur gerne machen, es machtgeil wollen, man muß es auch können. Die beiden können es ebenso wenig wie Herr Orban in Ungarn, ein verantwortungsloser Staatenlenkeregomane, dem es nicht zu billig ist, die Krise zu nutzen, um die eigene Position unter Beugung geltender Rechte zu stärken. Erbärmlich!

Maybrit Illner und Co., besucht von bedetungshungrigen Journalisten mit frechdreisten Forderungen ohne wissenschaftlicher Substanz und das jeden Abend wieder, das war schon und ist noch starker Tobak. Und so manche Fernbedienung tat Gutes beim Wegschalten der geschwätzigen Runden, die Eines nur allzu deutlich werden ließen: Das ganze Gesabbel brachte nicht einen Einzigen weiter, denn in einem unbekannten und unerforschten  Umfeld ist jede Äußerung, auch wenn sie von sogenannten „Gescheiten Leuten“ kommt, ein Stochern mit der Stange im Nebel.  Ganz im Gegenteil, manche Dauerfernsehtalker haben sich als flachdenkende Fehlbesetzungen geoutet. Denn bald wird ja wieder gewählt, da muß man schon dem Volk nach dem Munde reden, selbst dann, wenn man keine Ahnung hat… . Gut für den Wähler, der aufmerksam zuhört.

Vielleicht liegt in der Hoffnung, daß sich Manches zum Besseren wenden wird nach der Krise, die eigentliche Kraft zum fröhlichen und lebenswerten Weitermachen. Den Alten und Kranken hat man mit dem immer öfter zu hörenden Satz: „Die wären eh bald gestorben“ den Lebensabend gründlich verhagelt. Sie müssen sich fühlen wie Fallobst, das es nicht mehr in die Regale der Geschäfte geschafft hat. Aber nun haben sie wenigstens Gewissheit, wie große Teile der Bevölkerung über sie denken. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird auch dieses Virus mutieren. Vielleicht ist dann das neue besonders gefährlich für junges Fleisch, junge Lungen und Gehirne und verschont die Alten?

Corona hat es erstmals in der Menschheitsgeschichte geschafft, den ganzen Planeten gleichzeitig zu beschäftigen. Der ganze Globus forscht, bekämpft, probiert aus unter dem Motto: Nichts Genaues weiß man nicht….

Und weil das so ist. Sollten wir mal schön bescheiden sein und dankbar, daß Manches doch ganz gut klappt in unserem Lande. Und die Permanentschimpfer, Kritisierer und die Wichtigtuer fernhalten von Mikrophonen und Medien. Dann wäre die Geschichte wohl ein wenig leichter zu ertragen ….

Das denkt und glaubt

Ihr

Gehobmidochgern, der Ihnen gute Gesundheit wünscht

 

Corona und das Individuum

So langsam fängt Corona an, Zeichen zu hinterlassen. Man möchte … und darf nicht. Das ist für den modernen Menschen ungewohnt. Nicht reisen, nicht aus der eigenen Region, Vieles geschlossen. Zwangsläufig der schwere Weg ins eigene Innere. Nicht leicht und oft voller Überraschungen. Musiker, die nicht musizieren. Friseure, die nicht frisieren, Köche, die nicht kochen, Liebende, die getrennt, Kinder ohne Schulen, Sportplätze ohne Sport, Politiker ohne sozialen IQ.

Habe lange überlegt, ob man dem unterbelichteten Menschen im Weißen Haus nochmals die Ehre antut, sich mit ihm zu beschäftigen, oder den skrupellosen Machthabern in Polen und Ungarn, die es glatt fertig bringen, eine weltweite Pandemie für ihre politischen Ziele einzusetzen und menschenverachtendes Geschwätz, machgeile Gesetze und immerwährenden Wahlkampf anbieten statt verantwortungsvollem und umsichtigem Handeln.

Aber, ich bin sicher, sie werden an sich selbst scheitern – ohne eine eigene Infektion – der Infektion zum Opfer fallen. Die geistige Unzulänglichkeit und der grenzenlose Egoismus, die einen Donald Trump antreiben kam nie so demaskierend zum Vorschein wie in diesen Tagen der Krise. Überfordert, wild um sich schlagend, alle sind schuld nur er nicht, sieht er seine Felle davonschwimmen und wird darob nur noch aggressiver und dümmlicher in seinen Aktionen und Auftritten.

Im Bayerischen Rundfunk gibt es ein Radiofeature, das nennt sich „Corona Tagebuch“. In der gestrigen Sendung sprach ein Musiker über sein Erleben der Krise und meinte auch: „ Wir müssen besonderes Mitleid haben mit den Bürgern der USA, die jetzt schon drei Jahre diesen Präsidenten ertragen müssen und aktuell in dieser schweren Zeit feststellen müssen, was für einen Idioten sie an die Spitze des Staates gewählt haben!“ Er, der Musiker, leide darunter, keine Konzerte spielen zu dürfen, keine Proben, keine Freunde, keine wie immer gearteten Assoziationen mit seinem so emotional geprägten Beruf. Trotzdem macht sich dieser Mensch auch Gedanken über und um andere, die sicherlich ihre Coronazeit gänzlich anders erleben als er. Es ist befreiend, sich aus der behüteten, mit einem eigenen Garten umgebenen Heimstatt einmal auf eine gedankliche Reise zu begeben, die nicht weit fortführen muß aber durchaus auch darf. Wir reisen von dem Polizisten über den Gärtner zu der Kindergärtnerin, dem Oberkellner samt seinem Wirt über einen Zwischenstopp im Tierpark zu den bodenhaftenden Flugzeugen und ihren Lenkern. Wir kommen vorbei an den leeren Turnhallen, die sich fragen, was denn los ist und die sich – ebenso wie die Spielplätze – fragen, wo denn der herrliche Kinderlärm bleibt?

Wir treffen viele Menschen … nicht. Wir dürfen Vieles … nicht. Wir tun Geliebtes, Gewohntes … nicht. Wir haben in langen Phasen nur uns selbst. Das ist befremdlich und nicht selbst bestimmt so entschieden. Umso ungewohnter. Sich selber zu belügen, könnte das eigene Leben kosten und man fühlt sich nicht wohl, wenn man der Gemeinschaft Übles tut. Wo findet man die Geduld, die Gelassenheit und die Kraft für eine derart ungewohnte Situation, die ohne Beispiel ist? Und das für die ganze Weltbevölkerung. Erstmals in der Geschichte dieser bewohnten Kugel gibt es ein Problem, das ausnahmslos alle Länder, die gesamte Zivilisation angeht, nicht nur einzelne, nicht nur reiche oder nur arme Staaten. Alle.

Und mitten drin das einzelne Individuum. Das Kind, das das alles noch nicht versteht, der aufmüpfige Jugendliche, der das alles für übertrieben hält, der Erwachsene, der um seinen Job bangt, der Unternehmer, der um seine Firma bangt, der schwer Erkrankte, der um sein Leben bangt. Jeder hat einen eigenen Ansatz und einen eigenen Umgang mit der ungeübten Situation. Der Besitzer eines Ponyhofes hat sicherlich andere Sorgen als die alleinerziehende Mutter in einer winzigen Wohnung in einer Großstadt.

So individuell wir sind und leben, so individuell sind unsere Herausforderungen. Bildung spielt eine große Rolle, Selbstdisziplin, Gemeinschaftsgeist, das Tragen von Verantwortung, Rücksichtnahme und Verständnis für andere. Oder eben auch nicht.

Bewundernswert die junge Mutter, die als Krankenschwester arbeitet und trotz der Gefahr für sich und ihre Familie jeden Tag sich in das Krisengebiet Krankenhaus oder Arztpraxis begibt, anderen zu helfen. Meine große Anerkennung, mein Dank, meinen Respekt. Sie hat ihren Weg gewählt.

Wir Deutschen können Krisen. Offensichtlich können wir, auch Kraft unser Bildungs- und Gesundheitssysteme und die durch Kriegsstress erworbenen Gene, ganz gut damit umgehen. Für viele Menschen, die das Virus selbst nicht haben, noch niemanden verloren haben, stellt sich die Auswirkung, die eigentliche Gefahr ganz anders dar. Sie befürchten den wirtschaftlich sozialen Abstieg, mühsam erwirtschafteter Status gerät in Gefahr, verloren zu gehen. Angst breitet sich aus, Panik kann daraus werden.

Verständlich. Menschlich, konsequent erlebt und gedacht. Vom Einzelnen. Hemd näher als Rock, eine so liebgewonnene Lebensphilosophie wird einem verboten, denn sonst droht das System zu kollabieren. Lebt man aber Rock wichtig, kann es das eigene Hemd kosten. Das schmerzt und ist nicht jedem vermittelbar.

Gute Bücher lesen. Fernsehen, bis der Arzt kommt. Ablenkung durch Spiele. Chatten im Netz. Fahrradtouren im Umkreis. Renovieren in Wohnung, Haus und Garten. Alles machbar. Aber nur eine gewisse Zeit. Denn wenn wir das Licht abends löschen kommt automatisch die Frage: Was mache ich morgen? Und vor allem: wie?

Ein jeder Einzelne muß seine ureigene Position finden in einer so dramatischen Krisensituation. Und in langen Stunden der Einsamkeit kreisen die Gedanken. Das ist häufig extrem gefährlich, da es zu selbstzerstörerischen Handlungen und Geisteshaltungen führen kann. Aber es gibt keinen Schalter, wo man diese Kreisdrehung ausschalten könnte. Alte, kranke Bürger erleiden ein Ende ihres oft sehr langen Lebens in Unwürde und allein gelassen. Das Umfeld ebenso belastend wie die eigene Psyche.

Nicht Kevin ist allein zu Haus mit der Gewissheit, daß die Eltern bald zurückkommen, jetzt sind wir allein mit uns. Nur ich mit mir. Und das kann noch dauern. War ich denn auch im Vorleben so gut zu mir, daß ich es mit mir selber aushalte, oder ist es schier unerträglich mit einem derart unzulänglichen und garstigen Bürger eingesperrt zu sein, ohne die liebgewonnene Ablenkung in Kneipe, Gruppe oder Verein? Bin ich der Mensch, den ich gerne um mich haben möchte oder ist es zwingend erforderlich, daß mir jemand hilft? Eine Hilfe angedeihen läßt, die über Nahrungsaufnahme und medizinische Betreuung hinausgeht? Habe ich genügend Kraft, Gesundheit, Humor und Lebenswillen, diese Situation noch weiter zu ertragen?

Fragen wir uns das doch einfach mal und auch ehrlich. Denn nur wenn wir uns selbst in den Mittelpunkt stellen, wird es möglich sein, aus einer gestärkten und geklärten Situation heraus auch anderen sinnvoll helfen zu können. Nie hat eine Krise die Schwachen so schwach, die Hilfsbedürftigen so hilfebedürftig, die Helfer so extrem getroffen, den Entscheidern so viel abverlangt.

Und hinter jeder Zahl steht ein Schicksal, ein Mensch. Eben wurden die aktuellen Zahlen wie jeden Abend kommuniziert. Für unser Land für andere Länder. Blanke Zahlen. Zahlen die natürlich wichtig sind und doch konnte ich nicht umhin, mir für jede Zahl Menschen zu denken. 124.572 war ein Arzt, 21.981 ein Greis, 56.990 eine Frau mittleren Alters, die drei Kinder hinterläßt. Alle drei wollten kein Bestandteil dieser Statistik werden und haben es doch in dieses Zahlenwerk geschafft.

Vieles wissen wir noch nicht. Auf Vieles waren wir nicht vorbereitet. Aber nun, da es ist wie es ist, sollten wir sein wie wir müssen: Gut zu uns selbst, hilfsbereit gegenüber anderen, wach im Alltag und hoffnungsfroh in den langen Nächten.

Leben wir das Einzige, für das es sich im Endeffekt wirklich zu leben lohnt, egal in welchen Zeiten: die Liebe!

Bleiben Sie gesund und voller Hoffnung!

Ihr

Gehhobmidochgern

 

Kleiner Mensch, was brauchst Du noch ….

 

… um zu kapieren, daß es so nicht funktionieren kann?

Liebe Leserinnen und Leser,

natürlich werde ich mich auf dieser Seite nicht an einer Diskussion beteiligen über Dinge, von denen ich nichts oder zu wenig verstehe. Hierzu empfehle ich Ihnen zur fachlichen  – und vor allem sachlich fundierten – Information einige Videos meines Freundes, Prof. Dr. Dr. Franz Reichl, die Sie unter www.dentaltox.com“ unter dem Stichwort „Coronavirus“ finden können.

Gerne aber möchte ich Ihre Gedanken auf sogenannte „Side Effects“ oder „Nebenkriegsschauplätze“ lenken, die meiner Meinung nach, die eigentlichen Urheber und die Zentralthemen der momentanen Krise darstellen. Einer Krise, die man deutlich von der Singularität eines einzigen Virus´ lösen sollte. Auch wenn dieses den momentanen Höhepunkt der Entwicklung verkörpert und das äußere Gesicht der dahinterliegenden Problematik darstellt.

Eine Leserin schrieb mir angesichts der Vorkommnisse der vergangenen Monate: „Sag mal, kann es sein, daß die Erde sich wehrt?“ Schöner und treffender hätte ich es auch nicht formulieren können! Denn genau das tut sie. Und dabei hat sie sich wahrlich genügend Zeit gelassen und uns immer wieder Warnsignale geschickt. Selbst zunehmende Intensität und Auswirkungen haben uns aber nicht davon abgehalten, so weiter zu machen wie bisher. Besser: Genau so saublöd, so ignorant  weiter zu machen, wie bisher… .

Einer der wichtigsten und dümmsten Sprüche, die die Menschheit sich seit Jahrtausenden gönnt, ist der Satz und die dazugehörige Stur- und Dummheit :

> Das haben wir immer schon so gemacht! <

Dieser Satz beinhaltet das ganze Drama der Menschheit! Denn es bedarf irrwitzig langer Zeit und oft vieler Millionen Toter, bis der Mensch etwas substanziell verändert. Der reine Verstand, die blanke Vorstellungskraft  reichen offensichtlich nicht aus, die Menschheit als Gesamtheit zu erreichen. Eigentlich ja, bei der heute zur Verfügung stehenden Technologie, ein Trauerspiel! Man kann in Echtzeit verfolgen, wie ein politischer Feind ermordet wird, jemand den Mond betritt und man kann sofort sehen, wenn eine geliebte Aktie in Tokio den Bach runter geht. Die klarsten Signale aber, die sehen wir nicht. Vielleicht liegt es daran, daß die Erde sich nicht in Kilo-Bits und Megabits ausdrückt und keine Programmiersprache beherrscht … ?

Wollen wir alle Menschen informieren, mit ins Boot nehmen, so ist unsere (Zer-) Gliederung in einzelne, mit Hoheitsrechten ausgestattete Länder hinderlich. Skrupellose Landesherren und Frauen führen ihre Staaten nicht nach den Gesetzen der Menschlichkeit oder der Güte, sondern nach den Gesetzmäßigkeiten von Gier, Macht und unbelehrbarer Uneinsichtigkeit. Und, statt miteinander zu reden, bekämpfen sie sich. Auf dem Börsenparkett, im Weltall, an Grenzen. Ideologisch, wirtschaftlich und tot- und verzweiflungbringend auch mit Waffen, die immer effizienter und grausamer werden.

Nicht der Wunsch, die Kräfte zum Erhalt des Planeten zu bündeln, steht im Vordergrund sondern der Wunsch nach Machtausweitung, Machterhalt, Gebietsvergrößerung und Ausbau der Marktposition. Was die großen Konzerne, die ausnahmslos für Bürger nicht zu erreichen sind, um darüber zu sprechen (siehe Google, Amazon, Microsoft etc.) produzieren und auch vorleben, ist in der Konsequenz Schwachsinn, den niemand benötigt. Das wissen die alle auch und geben Milliarden aus, damit wir es nicht merken. Früher schaute man in den Kühlschrank, um festzustellen, daß keine Tomaten mehr da sind. Heute erhält man eine Signalnachricht über Smartphone an die Smartwatch, daß der Kühlschrank gesagt hat, es seien keine Tomaten mehr da. Ich habe solche Schränke auf einer Messe gesehen und denke heute daran, wie naturverachtend wir mit uns und der Umwelt umgehen, solch einen Mist zu erzeugen, während niemand in der Lage zu sein scheint, den Plastikmüll aus den Ozeanen zu fischen, was technisch nun wirklich keine Herkulesaufgabe wäre. Stattdessen planen wir die Besiedelung des Mondes. Kein Kommentar.

Nun hat die Erde die Schnauze voll. Sie sagt, versuchen wir es doch mal mit einigen Tsunamis und Erdbeben. Keine Reaktion? Ok, dann noch einige Vulkane dazu! Keine Reaktion? Ok, etwas Dürre mit Ernteausfall könnte helfen! Keine Reaktion? Was mache ich da eigentlich, sagt sich die Erde dann? Bin ich doof? Die vernichten sich doch gegenseitig, da muß ich doch gar nicht persönlich eingreifen … ! Na gut, aber einige kleine „Tierchen“ sollen es noch sein (nach den Waldbränden und dem Großstadtsmog). Und so machen wir Bekanntschaft mit Aids, Vogel- und Schweinegrippe, Ebola, Sars in verschiedenen Variationen und nun eben mit Covid 19. Bin sicher, die hat noch ganz andere Pfeile im Köcher! Und, so erfuhr ich, so um die hundert Nanometer groß. Brutal schwer zu erkennen!

Ist ja schon super, wenn man bedenkt, daß ungezählte Menschen sterben müssen, weil einige Idioten in China rohe Fledermäuse in die Suppe hauen oder Embryos von Tannenzapfentieren vertilgen müssen? Und was sagen die: „Das haben wir immer schon so gemacht!“ Ah, da ist er wieder, der todbringende Satz!

Wasser, Luft, Boden. Keine Chance haben sie. Nicht die geringste. Industrieabwässer, Ab- und sonstige Gase, Glyphosat und andere Gifte, Müll ohne Ende. Die machen das „Bisschen“ schon.

Die Erde existiert, glaubt man den Experten und nicht der Kirche, so um die 4,6 Milliarden Jahre. Die Zeit, die der Mensch benötigt, sie inhabitabel zu machen, weit vor ihrem physischen Ende, ist sagenhaft! Legt man eine Skala an, sagen wir 5 Meter lang, dann ist die Existenz des Menschen nicht zu erkennen. Und doch hat er sich offensichtlich vorgenommen, diese Kugel so schnell wie möglich platt zu machen. Und zwar nicht zufällig, sondern mit weit geöffneten Augen unter der wissenschaftlichen Begleitung von weltweit agierenden Experten. Aber irgendwie, ich weiß nicht, dringen die nicht an die Ohren der Verantwortlichen, also ich meine der Unverantwortlichen. Ja, vielleicht schon an die Ohren. An die Herzen sicherlich nicht….

Zum Schluß schreibe ich ja manchmal: Bleiben Sie gesund! Sagt man so dahin. In diesen Zeiten hat das eine ganz besondere Bedeutung: Also, bleiben Sie gesund!

Ihr

Gehhobmidochgern

 

Offener Brief an die SPD-Mitglieder

Liebe Genossen, (so nennt Ihr Euch doch, oder?)

man darf ja schon schmunzeln, wenn ein Landesverband einen Sieg einfährt, gerade weil die unglückliche Doppelspitze dort nicht war, man sie explizit nicht wollte. Verstehen kann man das schon.

Woche für Woche beweist sich nun, daß dieser ganze Selektionsdeutschlandreiseunsinn der Parte auch kein Glück – Segen erst recht nicht – gebracht hat. Die Aktionen der Doppelspitze sind entweder inhaltsfreies Gequatsche oder altes kommunistisches Gedankengut. Da kann man gut verstehen, daß HH ein Einreiseverbot ausspricht.

Sowohl die medienunglückliche Dame wie der offensichtlich immer noch in APO-Starre verharrende Herr, taugen prächtig für die Erarbeitung eines roten Grundsatzpapieres, das sei ihnen nicht abgesprochen. Die Auftritte aber in der Öffentlichkeit sind eher peinlich und jeder, der nicht erfolgt, ist ein Gewinn für die Partei.

Wie man sich, folgt man Saskia und Norbert, von den Linken unterscheiden will ist und bleibt ein Rätsel. Die Sozialdemokratie sucht sich selbst und findet leider immer nur Bruchstücke, alte Zöpfe und  Ideologien. Wann wird man bei Ihnen begreifen, daß man für Führungsaufgaben in der Öffentlichkeit drei Dinge benötigt: Charisma, Begeisterungsfähigkeit und Fachwissen? Bei Drittens haben beide erhebliche Mängel (kein Wunder bei der Vorgeschichte), bei erstens und zweitens erscheint zumindest der weibliche Teil der Doppelspitze so mediengerecht und charismaversprühend wie ein Stau auf der A1.

Ich hoffe nur, daß Ihr den Olaf nicht ganz verprellt. Denn wenn der auch noch hinschmeißt, dann ist aber Schicht im Schacht. Er ist immer anständig geblieben obwohl Ihr ihn beschissen behandelt habt. Das muß man ihm hoch anrechnen. Würde die Seite seines Charakters allerdings nicht überstrapazieren!

Viel Erfolg wünsche ich Ihnen, vor allem alle Kraft dem Kampf gegen Rechts! Und schaut halt, daß die beiden „Doppelspitzler“ nicht ständig meinen, Sie müssten jeden Vorgang kommentieren. Erstens braucht das Land das nicht und zweitens geht es meist in die Hosen!

Einen fröhlichen Tag allen Parteifreunden wünscht

Ihr

Gehhobmidochgern

Der synodale Weg ins Aus …

Zwei Rücktritte an einem Tag. Hat die Presse mal wieder ein Glück! Derzeit gibt es Schlagzeilen im Stundentakt. Man sehnt sich ja fast nach dem Sommerloch!

Während der eine Rücktritt, jener von Herrn Klinsmann in Berlin, nicht das Zeug und die Bedeutung hat, hier Zeilen zu generieren, so ist der andere umso alarmierender und sicherlich ein weiterer Stein in dem riesigen Mosaik der Trauer und des Versagens der katholischen Kirche.

Reinhold Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und gleichzeitig Erzbischof von München und Freising gibt auf. Gibt erschöpft, genervt und frustriert auf. Welch eine schlechte Nachricht für all die Frauen, die so große Hoffnung in ihn gesetzt haben, welch eine schlechte Nachricht für alle, die Licht in das Missbrauchsdunkel bringen wollten und was für eine desaströse Nachricht für all jene, die dem synodalen Weg eine Chance zugetraut hatten.

Wieder einmal haben es die orthodoxen (verzeihen Sie bitte den folgenden Ausdruck, aber es geht an der Stelle nicht anders) alten Säcke geschafft, mit ihrer Verpetzerpolitik in Rom, mit ständigem Querschießen und unaufhörlichem Dagegensein, einen angedachten Modernisierer so mürbe zu kochen, daß dieser entnervt aufgibt. Recht hat er und man kann ihn gut verstehen. Warum sollte er sich das antun? Die Ausrede allerdings mit dem Alter ist nur vorgeschoben und für einen führenden Kirchenmann unwürdig. Hätte er sich sparen können. Bei denen geht es ja in dem Alter erst richtig los mit der Karriere. Aber wer hat schon die Kraft, sich hinzustellen und zu sagen: „Ihr könnt mich alle mal. Und ihr in Rom gleich mit!“

Der beste und modernste Vordenker, der beste Rethoriker, der medial Geschickteste, der ökumenisch Mutigste geht. Ausgerechnet er! Jammerschade. Aber, wenn es so etwas gibt und es kein Widerspruch sein muß, so hinterläßt er einen „geordneten Scherbenhaufen“. Denn Marx hat es immer verstanden, klare Worte zu finden und er war mutig. Des Öfteren mußte er in Rom antanzen und den greisen und mafiotischen Kardinälen Rede und Antwort stehen, was er denn da in Deutschland eigentlich vorhabe! Aber ähnlich wie der aktuelle Heilige Vater, der ja einen fulminanten Start im Fiat 500 hinlegte, nur um dann als schwatzhafter, schwacher alter Mann hervorzukommen, ein weiteres Beispiel für die Uneinnehmbarkeit der Festung Sumpf-Vatikan!

Mit dem Rückzug von Erzbischof Marx geht ein unfassbares Potential der Erneuerung verloren. Ohne seine starke Persönlichkeit wird der synodale Weg weitere fünf Jahre der ergebnislosen Diskussion der sowieso schon langfristig angelegten Konzeption hinzufügen und lähmend langsam verhindern, was zu verhindern ist. Junge Priesteranwärter werden sich fragen, ob sie sich diese bittere Pille nicht ersparen können und den Löffel schmeißen. Einige werden ihre Absicht, Pfarrer zu werden, zu den Akten legen, denn sie wollen nicht Bestandteil sein einer Kehrtwende, eine Vertuschung von Unrecht und einer beispiellosen senilen Machtgeilheit einiger weniger.
Wissen Sie, viele Bürger wissen nicht, daß sie den ganzen Zirkus mit ihren Steuergeldern finanzieren. Obwohl es auf der Welt keinen größeren Reichtum gibt als jenen der katholischen Kirche, bezahlt der deutsche Steuerzahler diese Altmännerriege der Abschottung und der Zurückgewandtheit. Höchste Zeit, das sogenannte Konkordat einmal zu überdenken.

Man hat es geschafft, den unliebsamen Altvorderen abzuservieren, ihn zu erschöpfen und ihm die Power zu nehmen. Jetzt können sich die Herren wieder in Ruhe der Vertuschung, der Institutionalisierung des Zölibats, der Abgrenzung von Frauen im Kirchenamt sowie ihren umfangreichen Immobiliengeschäften widmen.

Schade und besten Dank, Herr Erzbischof für Ihre Anstrengungen! Sie haben es wirklich versucht.

Irgendwie schwierige Zeiten.

Das findet
Ihr
Gehhobmidochgern

So schnell kann es gehen …

Eben noch betrachtete die CDU die Führungsschwäche und das Kasperletheater der Führungsfindung bei der SPD in einer Mischung aus Mitleid und wohl gegönnter Gegnerschafts-Häme, beobachtete kopfschüttelnd, wie die FDP, speziell ihr Vorsitzender, in entscheidenden Momenten immer wieder versagen und findet sich – quasi nur Minuten später – in derselben Situation wieder.

Um eine Person im politischen Alltag zu finden, die mit so wenig Fortune an die ihr gestellten Aufgaben heranging wie Annegret Kramp-Karrenbauer, muß man schon lange suchen. Immer schwieriger wird es, sich vorzustellen, welchen Narren die Kanzlerin an dieser Person wohl gefressen haben mag, daß diese es zur Wunschkandidatin in doppelter Nachfolge brachte. Nur, um vom Tage der Wahl an quasi alles unglücklich, falsch oder nicht zu machen. Sogar in etwas so Lapidarem wie einer Büttenrede schaffte sie es, Unmut zu stiften und Versprechungen wie „Im Kabinett habe ich nichts verloren“ waren nicht einmal wert, kommentiert zu werden, so schnell waren sie überholt. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich hatte von Anfang an das Gefühl: Das geht nicht gut aus! Wenn man jeden Tag dem am Vortag Gesagten Presserklärungen, Richtigstellungen und Pressekonferenzen zur Richtigstellung folgen lassen muß, so kann einfach etwas nicht stimmen.

Eine so erfahrene Politikexpertin wie Angela Merkel müßte doch wissen, daß es heutzutage einfach nicht mehr langen kann und darf, die Frauenquote zu bedienen, wenn es um die Besetzung des Verteidigungsministeriums geht. Man gewinnt den Eindruck, das Einzige was Frau AKK in Ihrer Laufbahn noch nicht gemacht hat ist die Leitung der Kantine im Bundestag. Und ausgerechnet zwei solche, nennen wir sie mal „Profiweiber“ mit langjähriger Erfahrung, setzen die Karre aber so etwas von in den Sand, daß nun der Bürger den Kopf schüttelt und mit großem Bedauern feststellen muß: Angela Merkel ist ausgebrannt und müde, die CDU folgt der roten Volkspartei im dümmlichen und gänzlich überflüssigen Selbstzerstörungsprozess. Und am Horizont ist niemand in Sicht, der hier helfen könnte. Diesen Schaden beseitigt im Eiltempo bis zur Wahl in 2021 weder ein volksnaher Kreuzbraver, noch ein engagierter Schwuler noch ein chronisch Arroganter (mit Hinterhältigkeitsanlagen). Der angerichtete Schaden ist derart verheerend, daß das den beteiligten Protagonisten, die sich ja hauptsächlich mit sich selbst beschäftigen, noch in keiner Weise transparent ist.

Da stellt sich doch AKK vor sämtliche Mikrophone in sämtlichen Sendern und behauptet steif und fest, sie werde jetzt in aller Ruhe ihre Nachfolge regeln und moderieren. Geht´s noch? Parteitag im Dezember? Eine Frau mit diesen Gedanken wollte Kanzlerin werden? Sie hat großes Glück, wenn sie es bis Ostern schafft, was ich eher bezweifle, wenn sie weiter solchen Unsinn erzählt und nicht einfach vom Hof gejagt werden will. Natürlich versehen mit den üblichen Vokabeln des politischen Rauswurfs wie „großem Respekt“ und „aufrichtigem Dank“!

Doch nun mal zu uns. Den Bürgern auf der anderen Seite. Also jenen Menschen, wegen deren Stimmen diese Profi-Politiker ja so unsagbar fleißig sind, lügen, daß sich die Balken biegen und es offensichtlich verlernt haben, eine Sache einmal klar anzusprechen, auf eine Frage einmal klar zu antworten. Hörte man in diesem Zusammenhang in den letzten Tagen Herrn Lindner oder eben AKK, so hatte man das Gefühl, jetzt müsse es jeden Monet passieren, jetzt …. gleich kommt es…
Aber wieder und wieder wurde man enttäuscht. Wenn eine AKK hergeht und ernsthaft behauptet „ich trage mich schon länger mit dem Gedanken eines Rücktrittes“, 48 Stunden nach Erfurt und einem parteiinternen Beben der Sonderklasse, so fragt man sich doch: Für wie blöde hält die uns eigentlich? Und ein machtbesessener Strohhalmgrabscher Lindner gratuliert erst euphorisch über die Wahl eines nicht einmal geschickten Gauklers aus seiner 5-Mann-Riege im Erfurter Landtag. Und glauben Sie mir, wir hätten uns nicht mehr retten können vor lauter „immerhin stellen wir einen Ministerpräsidenten“ in seinen engagierten aber stets selbstverliebten Quasselreden. Der Mann kann einfach nicht anders. Kritische Selbsteinschätzung ist für Lindner so fremd wie  Rücksicht für Trump. Es dauerte eine ganze Weile, bis ein weiterer Profi begriff, daß er erneut falsch lag und erneut dummes Zeug erzählte. Nun ja, was sollen wir machen? Er bleibt sich eben treu.

Ist ja nicht so einfach im Moment, oder was meinen Sie?
Ich denke da an Saskia und Norbert, die Überraschungs-Doppelspitze mit einem ähnlichen Charisma-Faktor wie Manuel Noriega. Ich kann mir das gar nicht vorstellen, wie das so funktioniert bei so einer Doppelspitze. Die müssen ja irre Handykosten und Koordinationseinheiten haben! Hallo, hier ist Norbert, was sagen wir dazu? Hallo, hier ist Saskia, sollten wir nicht lieber…? Also quasi eine Fortsetzung des parteiinternen Auswahlverfahrens auf größerer Bühne? Haben die ein Schwein, daß man nun die Rollen getauscht hat und nun sie sagen dürfen: Wir machen uns große Sorgen um den Koalitionspartner!

Wissen Sie, das wirklich Traurige sind doch diese ständigen Wiederholungen. Und damit wollen die Wähler begeistern und die Jugend an die Politik heranführen? Ja Du liebe Zeit! Aber das passiert, wenn man den Faden zur Normalität verloren hat, Stammtische nicht als Stammtischler besucht, sondern um im Wahlkampf eine Show abzuziehen, in den Dienstwagen hüpft und den Hubschrauber gerade noch erwischt weil man wichtig ist. Vor langer Zeit schon hatte ich vorgeschlagen, Politiker und -innen in einen Raum zu sperren wo sie in einer Endlosschleife über 24 Stunden eigene Reden anhören müssen. Die sollten einmal erfahren, was sie uns täglich zumuten.

Abschließend noch eine Erwähnung jener, die sich als Sieger fühlen bei dem ganzen Theater. Ja, es ist ihnen gelungen, den Laden kräftig zu manipulieren, zu destabilisieren und für Ärger an allen Fronten zu sorgen. Aber warum höre ich nicht, was das für eine irre Chance ist für die echten Demokraten? Warum lachen wir diesen bösen Kurzzeitdenkern nicht einfach ins Gesicht, sagen Ihnen, sie sollen ruhig weitermachen, wenn es Spaß macht, aber wir benötigen Euch nicht! Nirgends. Überhaupt nirgends! Und man merkt schon, wie immer wütender die werden und einfach nicht verstehen, daß (hoffentlich nicht nur „noch“) niemand mit ihnen etwas zu tun haben will. Die Schwachköpfe wie Herr Zimmer oder die Wertunion können doch ohne großen Aufwand zu ihnen wechseln aber sollten sich hüten, ihr zerstörerisches Gedankengut im Namen einer CDU zu verbreiten. Diese Rechtsradikalen haben – weil nicht zu Ende gedacht – einen Schulterschluß der demokratischen Parteien generiert. Wenn die aber zu eitel und dumm sind, um über ihre Schatten zu springen und ihre uralten Vorurteile über Bord zu werfen, dann allerdings haben sie gute Möglichkeiten den Schaden für unser Land in eine neue Dimension zu führen. Ich würde es mir beispielsweise verbitten, wenn ich als Partei die Linke in einem Atemzug mit der AfD genannt würde. Wer hat das nochmal gesagt und als Parteitagsbeschluß gefeiert, ausgelacht auch vom eigenen Landesverband Thüringen.
Ja, wieder die arme AKK …

Nun, manchmal läuft es einfach nicht. Bin mal gespannt, wer und wie schnell man ihr beibiegen kann: Runter von der Bühne, Du hast großen Schaden angerichtet, oder suchst Du das Maximum?

Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Spannend ist es schon, aber so spannend hätte ich es gar nicht gebraucht.

Bitte kämpfen Sie weiter gegen Rechts. Wo immer Ihnen dieser Wahnsinn begegnet. Für Menschen wie AKK oder Christian Lindner verbleibt einem immer noch der menschliche Zug des Mitleids. Für die AfD gibt es nur eines: Keine Kompromisse!

Ihr

Gehhobmidochgern