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CSU zerlegt sich selbst

CSU zerlegt sich selbst – und das ohne Anlaß

Schade, wenn man erneut feststellen muß, wie Eitelkeit und Machtgeilheit zerstörerisch wirken, Ungeduld und Ämtergier jahrzehntelange Aufbauarbeit förmlich pulverisieren.

Laut ruft Ilse Aigner, ihres Zeichens Vorsitzende des stärksten CSU-Landesverbandes: “unser Zustand ist katastrophal“ und nur zustimmend kann der Bürger da nicken und gleich darauf den Kopf schütteln über eine derartige Anhäufung von Unprofessionalität, Geschwätz und einem Timing, daß einem Politprofi die Zornesröte in den Kopf steigen läßt und die anderen Parteien in händereibende Wählerstimmengewinnvorfreude versetzt. Bitter für die einstige bayerische Volkspartei die Häme, die sie nun über sich ausgeschüttet sieht, die bitterbösen Kommentare und Überschriften, die einem landauf landab entgegengeschmettert werden. Und das alles ohne Not und hausgemacht.

Kein starker politischer Gegner hat zu Überreaktion Anlaß gegeben, die SPD hat den rheinisch geführten, geschwätzträchtigen Wählervertreibungsprozess längst hinter sich und versucht ein historisches Tief nach dem anderen zu verarbeiten mit einem messiashaft auf den Schild gehobenen neuen Vorsitzenden zu Punkten, der schnell in Deutschland angekommen ist und in der hiesigen Bundespolitik, die ihm vielleicht aus Brüsseler Sicht etwas anders erschienen sein mag. Der Mann redet viel, oft zu viel und schnell merkt man, daß er eigentlich aus der würselener Ortsverbandstümelei nie herausgekommen ist.

Auch von ganz Links drohte keine Gefahr, eher schon von der rechten, der AfD-Seite, die ja eine Menge CSU-Stammwähler abgegriffen hat nach der schwammigen Vorstellung der Altvorderen in der CSU. Grüne und FDP, schön, daß es die gibt, aber eben nur als ein Viertel bis ein Fünftel der CSU. Es gab also keine Veranlassung übermütig zu werden oder just in der Zeit vor einer anstehenden Bundestags- und Landtagswahl mit einer geradezu hingebungsvoll vorgetragenen Selbstzerstörungskampagne den eigenen Niedergang zu inszenieren.

Initialzündung war sicherlich der Rücktritt vom Rücktritt Seehofers. Sein Zitat „ Sie wissen, daß ich klare Worte liebe…“ möge ihm im Halse stecken bleiben und täglich fliegen sie ihm um die Politiker-Ohren. Seine Fähigkeit am nächsten Tag das genaue Gegenteil vom Vortag zu behaupten, oder immer wieder zu rufen „ man hat mich falsch zitiert“ haben bestimmt nicht dazu beigetragen, das Vertrauen in die CSU zu stärken. Immer wieder diese Kehrtwendungen des Vorsitzenden, der aggressiv-Player, quasi der Arturo Vidal der CSU, Herr Scheuer, unterstreicht täglich noch medial breit aufgestellt, diversen Unsinn und die Festschreibung der Unverbiegbarkeit, während man aus Berlin den verkehrspolitischen Katastrophenaugust Dobrint vernahm, der teilweise vor den Mikrophonen so unglücklich aussah, daß man immer gespalten war zwischen „laß Dir helfen“ oder „ warum machst Du nicht etwas, was Du kannst“? Mittlerweile ist er ja der Mautverantwortung entronnen und führt nun die Fraktion. Ich gratuliere herzlich!

Ja, und dann haben wir da noch den Stuhlsägeabteilungsleiter M.Söder, der seit zwei Jahren mit geballten Fäusten in der Tasche dasitzt, dasteht und daherredet und täglich beweisen muß, wie sehr Treue doch anstrengend sein kann, wenn es da Leute gibt, die einen nicht mögen, bzw. es ihm nicht zutrauen, dieses Mustergebilde von einem Freistaat zu führen. Daß dies ausgerechnet der Ministerpräsident ist, auch noch Parteivorsitzendender, das ist natürlich blöd. Blöd ist allerdings auch, wenn ein Heimatminister sämtliche ansonsten beteiligten Personen und Gremien außen vorläßt, sich vor die Presse stellt und einen derart misslungenen Landesentwicklungsplan vorstellt, der in seiner naturschutzmäßigen Auswirkung trumphafte Umweltzüge birgt und der CSU und Herrn Söder noch lange viel Spaß machen wird. Naturschutzverbände, Umweltbewußte und wirklich heimatliebende Menschen werden das nicht gut sein lassen. Sicher nicht! Da schreibt diese Partei, dieser Mann, doch glatt in das Grundsatzprogramm der Partei, daß die Natur des wunderschönen Bayern extrem zu schützen ist, man schafft ein neues Amt, das den Namen trägt „Heimatministerium“ und just dieser Heimatminister, natürlich wieder der Söder, bringt dann ein derart dümmliches, voller ignoranter Verachtung strotzendens Papier heraus, daß der Gesamtbebauung des Bayerischen Grundes Tür und Tor öffnet, eine Skischaukel am Riedberger Horn ermöglicht ( da fährt in einigen Jahren kein Mensch mehr Ski, dann können wir dort Mastenbesichtigungswanderungen durchführen ) aber, und das muß man neidlos anerkennen, die Lobbyisten der Bau- und Hotelbranche, immer schon klassisch eine Stammklientel der CSU, prächtig zufriedenstellt!

In fetten Lettern spricht die Süddeutsche Zeitung vom Wochenende von einem „Landeszerrüttungsplan“ und treibt die CSU und den zuständigen Minister und immer noch politischen Rumpelfüssler Söder durch sämtliche ungeliebten Dörfer, die dem Bauwahn von Gewerbegebieten längst erlegen sind und mittlerweile den Charme einer A19 in Florida haben, wo man nicht mehr feststellen kann in welcher Ortschaft man eigentlich ist.

Es sind die Frauen der Partei, die nun mahnend den Finger heben und sagen: So nicht, meine Herren! Doch zu spät Mädels, zu spät. Zu nah ist dieses hochgradig abstoßende Gerangel am nächsten Wahltermin, zu tief die Wunden und auch – leider für Euch – zu gut das mittlerweile geschulte Wählergedächtnis, zu zahlreich die Alternativen, sein Kreuzchen woanders hinzumalen als dort, wo man es „immer schon“ gemacht hat. Herzlich die Ermahnungen einer Barbara Stamm, wie immer sehr lieb und sachlich im Ton gehalten, zu wirkungslos der Appell der Ilse Aigner. Die Buben der eitlen Führungsbande haben sich schon zu sehr verbissen in Kompetenz- und Postengerangel, da kann die keine Macht mehr abhalten. Außerdem hat so eine Selbstzerstörung einen gewissen Spaßfaktor und mit Horst Seehofer hat man ja auch eine Figur, der man das gesamte Schlamassel in die Schuhe schieben kann. OK, der Mann muß weg, ist ja gut. Doch glauben die Dobrints, Scheuers und Söders wirklich ernsthaft, daß dann Ruhe im Karton herrscht? Verlorene Prozente wie durch Wunderheilung erneut auf dem Konto der CSU landen?

Wichtig, ja man möchte sagen fast historisch sind die Verhandlungen, die derzeit ausloten sollen, ob ein Mehrparteienbündnis, das es so nie gab, möglich werden kann. Dazu benötigt man konstruktive Arbeit und Kompromissbereitschaft. Alle sind sich – fast – einig … bis auf die CSU. Geradezu flehend die ausgestreckten Hände von FDP, CDU, Grünen. Und dann Auftritt Scheuer oder Dobrint. Da hat man manchmal den Verdacht, die wären in einer anderen Sitzung gewesen!

Naja, es ist spannend – und glauben Sie mir – es wird spannend bleiben. Der Horsti wird gehen und dann in aller Ruhe aus dem Nähkästchen plaudern über den Markus und die Bande der Quertreiber, die immer an ihm rumgemäkelt haben….

Und überhaupt hat mich keiner lieb, nicht mal der Stoiber Edi und der Waigel Theo und pausenlos werde ich falsch verstanden.

Man muß sich mal vorstellen: Diese Partei hat die absolute Mehrheit ….. wahrscheinlich gehabt…..

Das meint Ihr

Gehhobmidochgern

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