Liebe Leser,
auf dieser Seite können Sie in regelmäßiger Unregelmäßigkeit über Dinge lesen, die einem wachen Bürger begegnen, ihm nicht gefallen oder über die er sich ärgert. Ich gehöre keiner Partei an und möchte diese Seite auch nicht als Unterstützung irgendeiner Gruppierung verstanden wissen.
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Die Herren der Lüfte …

… und Ihre unfassbare Arroganz.

Schon lange treibt mich die Frage um: Warum denken Piloten, sie seien etwas Besonderes?

Vermutlich hängt es damit zusammen, dass der alte Traum des Menschen, zu fliegen, durch ihre Hände Realität wird. Sie haben eine große Verantwortung gegenüber Mensch und Material, das ist unstrittig.

Aber auch Piloten, besser: gerade Piloten, sollten doch auch ein funktionierendes Gehirn haben und dieses auch im sozialen, wirtschaftlichen und ethischen Kontext einsetzen können. Leider mangelt es in diesen Bereichen ganz erheblich. 

Die unsägliche und gierige Vereinigung „Cockpit“ wirkt mit ihren Forderungen wie aus der Zeit gefallen. Denn offensichtlich ist den Herrschaften entgangen, dass es erst Monate sind, da sich ihre Muttergesellschaft freigeschwommen hat von den immensen staatlichen Unterstützungskrediten. Von den enormen Preissteigerungen auf dem Energiemarkt haben sie nichts gehört oder hören absichtlich weg, nur das eigene Schicksal, die eigene Gier im Fokus der alles bestimmenden Gedanken. Von Krieg und den großen Schwierigkeiten der Bürger und der Politik wollen sie auch nichts wissen. Und so lassen sie mal eben an einem einzigen Tag 130.000 Urlauber und Privatflieger am Boden.

Und wofür, so fragt man sich? Und diese Forderung ist wirklich derart dreist, dass man sich eigentlich schämen sollte. Denn während Rentner, Studenten und nicht so toll Verdienende hoffen, dass man ihnen 300 Euro Zuschuß zur Heizkostenrechnung gewährt, verlangen die Herrn und Damen mit der schicken Uniform, die im Flieger ganz vorne sitzen, einen automatisierten, alle Jahre zu zahlenden, automatiosierten Inflationsausgleich! Eine saftige Erhöhung des Grundgehaltes natürlich „on the side“.

Nun, wären diese abgehobenen Herrschaften aus einer Einkommensklasse, die ebenfalls bedürftig wäre, so könnte man das ja vielleicht noch verstehen. Diese Truppe aber verdient teils sagenhafte Gehälter, die man sich in der bekannten Manier erstritten hat. Toppiloten verdienen (ohne Zulagen) teils über eine Viertelmillion Euro, niemand hebt ab unter 130.000 Euro per anno. Die Majorität der Piloten/innen verdient so um die 190.000 bis 210.000 Euro.

Das Dumme an der Geschichte ist, dass eine Airline nicht ohne Piloten Geschäfte machen kann. Und das nutzen diese schamlos aus. Ihnen ist auch egal, dass jene Menschen, die den Flugbetrieb mit aufrechterhalten, am Boden und in der Luft, teils kläglich verdienen, denn sie sind ja keine Piloten … und da haben wir das Problem. Die mit dem Knüppel in der Hand halten sich für etwas Besonderes. Viele Flugzeugführer haben durch die Art wie in der Gesellschaft mit ihnen umgegangen wird, welchen Status sie bekleiden, den Bezug zur bürgerlichen Realität verloren. Kann man es ihnen verdenken? Ich finde ja. Denn trotz des Jetset Lebens von heute Buenos Aires, morgen New York und übermorgen Hongkong kann man verlangen, dass man sich einen Rest an Bürgernähe bewahrt. Und ich denke, auch mit den bisher gezahlten Gehältern kann man zur Arbeit erscheinen.

Unsere Zeit ist so reich an Konflikten wie es selten eine vorher war. Zweifellos gibt es mit RyanAir auch schwarze Schafe, die Piloten ausnutzen, aber um die geht es ja hier nicht sondern um jene, die unter dem Zeichen des Kranich fliegen. Und dieser Kranich bezahlt die Piloten nicht schlecht. Diese raffgierige Bande ist selber schuld, wenn das Unternehmen anfängt zu tricksen, auszulagern, Tochtergesellschaften zu gründen und so versucht, die Pilotengehälter in den Griff zu bekommen.

Lufthansa stellt ihren Piloten/innen hervorragendes Material zur Verfügung. Material, das zwei Jahre am Boden stand wegen einer Seuche (hat man wohl auch vergessen). Wissen Sie, das Schlimmste für einen Piloten ist, nicht mehr fliegen zu dürfen. Dieser Drang zu fliegen, ja fast fliegen zu müssen, ist enorm ausgeprägt. Der Pilot taugt am Boden nicht besonders zu irgendwelchen Leistungen, denn er hat sich voll der Fliegerei verschrieben. Diese hat er so in seinen Genen, so in seinem Fokus, dass er sich verbietet, mit einem Busfahrer oder Lokführer verglichen zu werden und im Laufe der Zeit wirklich den Grundgedanken entwickelt hat, besonders wertvoll zu sein.

Ein Unternehmen so in Geiselhaft zu nehmen, sämtliche Umfeldprobleme zugunsten des eigenen Geldbeutels zu ignorieren, immer wieder jene Leute in schwierige Lagen zu bringen, den Urlaub oder das Familientreffen zu versauen, die im Endeffekt die Gehälter der Flug-Machos bezahlen, ist schlicht schändlich und widert einen an. Maßlosigkeit hat niemals positiven Widerhall in der Gesellschaft gefunden. So ist es auch hier.

Für die aktuellen Forderungen der Piloten/innen fehlt mir jegliches Verständnis. Ebenso fehlt mir leider auch ein wirksames Instrument, diese Leute vom Steuerknüppel fernzuhalten. Und das ist es: Das wissen die. Und darum sind sie so dreist. Dem Elektriker, der Altenpflegerin, dem Postboten ist dies nicht gegeben. Gott sei Dank, denn eine Berufsgruppe mit krankhafter Arroganz langt völlig.

Das meint Ihr

genervter und hilfloser

Gehhobmidochgern

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