Liebe Leser,
auf dieser Seite können Sie in regelmäßiger Unregelmäßigkeit über Dinge lesen, die einem wachen Bürger begegnen, ihm nicht gefallen oder über die er sich ärgert. Ich gehöre keiner Partei an und möchte diese Seite auch nicht als Unterstützung irgendeiner Gruppierung verstanden wissen.
Danke, dass Sie vorbeischauen!

Keineswegs Schreibblockade …         

Liebe Leser, Sie haben recht, es ist eine Menge Zeit vergangen, seit hier Neues zu lesen und erfahren war. Und erfreulicherweise habe ich auch keine Schreibblockade oder bin restlos dem Alkohol verfallen. Nein, ich hatte einfach keine Zeit und auch „keinen Magen“, wie man so salopp sagt. Der Akku leer.

Es war lediglich eine Anhäufung von schlechten und ganz schlechten Nachrichten, gepaart mit einem großräumigen Umzug, der Suche nach einer neuen Bleibe und vielen, vielen Enttäuschungen. Wenn da obendrein noch unfaire Behandlung dazukommt, dann ist das der sprichwörtliche Tropfen, der das berühmte Fass…, Sie wissen schon!

Das wird – haben Sie keine Angst – kein Jammersammelsurium, nur zur Einleitung der Versuch einer Erklärung, warum es so lange still war bei „Gehhobmidochgern“.

Und nach wie vor, fällt es mir extrem schwer, diese liebgewonnenen Parameter, Angewohnheiten und Bräuche verschwinden zu sehen, mitzuerleben, wie alles, was man gewohnt war, den Bach runter geht und die Nachrichtensendungen zu einem unerträglichen Erlebnis werden, gänzlich egal, ob die Themen regional, innen- oder außenpolitisch angesiedelt sind. 

Bei 38 Grad im Schatten sind wir genötigt, Wolle zu kaufen, um Pullover für den Winter zu stricken, wenn die Heizung abgestellt oder abgesenkt wird, die fürchterlichen Bilder von verhungernden Kindern wechseln sich ab mit solchen von zerbombten Häusern aus denen Leichen in Tüchern getragen werden. Alles schreit nach staatlichen Hilfen, wissend, dass es gänzlich unmöglich ist, diese Mängel und Probleme allesamt quasi „von oben“ zu regulieren.

Ja, es fällt uns verdammt schwer, den Gürtel enger zu schnallen, den Thermostaten herunterzudrehen und auf Kreuzfahrten zu verzichten. Aber auf Reisen zu verzichten, bedeutet eine wirtschaftliche Katastrophe für jene Länder, die hauptsächlich vom Tourismus leben und gerade dabei waren, sich von Corona zu erholen, jener Seuche, die uns täglich mit erhobenem Zeigefinger und dem Verweis auf „der nächste Herbst, der kommt bestimmt“ vor Augen geführt wird. Und wenn wir nicht mehr auf schwimmenden Kleinstädten über die Meere tuckern und die CO2-Bilanz in abstruse Höhen schrauben, dann sind wir es, die schuld sind am Niedergang der Werften … Unsere Welt ist so dermaßen verrückt geworden, dass man dem Wahn praktisch nicht mehr entkommen kann.

Gleichzeitig versuchen einige, so zu tun, als wäre nichts geschehen und überhaupt hört man vermehrt: „Ich kann es nicht mehr hören“! Das ist insofern interessant, da es quasi der persönliche Entschluss ist, eine Krise für beendet zu erklären, wissend, dass das Unsinn ist, da sich ja nichts verändert, nur weil man persönlich keinen Bock mehr hat, Rücksicht zu nehmen oder zu feige, Mörder, die sich Staatsoberhaupt nennen, auch als solche zu bezeichnen.

Themensprung

Ich bin oft in der Natur und sehr oft im Wald. Was sich dort tut, wieviel Wasser fehlt, ist unglaublich dramatisch. Selbst dem Laien fällt auf, wie stark die Population an Insekten zurückgeht. Ein probates Mittel ist, einmal zu vergleichen, wie Ihre Windschutzscheibe früher, vor noch wenigen Jahren, im Sommer – selbst bei relativ kurzen Fahrten – übersäht war von Insekteneinschlägen. Heute fahre ich von München nach Hamburg, ohne dass die Frontscheibe auch nur ansatzweise so verschmutzt wäre wie früher. Wir sprechen hier von Aber-Milliarden von Lebewesen, die ganz am Beginn der Nahrungskette stehen und ganz eminent fehlen.

Wir haben uns jahrelang mit Computing, Sales Maximierung und Forschung beschäftigt, mit Ausbeutung und Steigerung der Effizienz und es tatsächlich geschafft, eine Perversion zu legitimieren und längst veraltete, unsägliche Technologien für nachhaltig und förderungswürdig zu erklären. Die Menschheit entwickelt sich zurück und global hat man längst den Überblick verloren, flickschustert am Detail herum, da ein jeder sein eigenes (Profit-)-Süppchen kocht, anstatt gemeinsam anzupacken und konstruktiv zu arbeiten und Probleme zu lösen.

In München kommt es gerade zu einem neuen Highlight des Versagens, der Fortschreibung der Bankrotterklärung des bundesdeutschen Managements und der einst so berühmten Ingenieurleistungen. Ein kopfschüttelnder Bürgermeister kann sich nicht erklären, warum eine klar konzipierte Baumaßnahme zehn Jahre länger dauern soll und ein Mehrfaches kosten. Früher hat man doch auch Großprojekte wie Flughäfen, Stammstrecken und Bahnhöfe gebaut und es hinbekommen. Aber seit einigen Jahren scheinen die Verantwortlichen einer kollektiven Verblödung anheim zu fallen, getoppt noch von der Bahn, die weder Auskunft gibt noch selber weiß, was man da gerade tut!

Der unangenehmen Dinge gäbe es noch viele, jedoch … suchen wir doch gemeinsam Gutes, Liebenswertes, vielleicht einen Menschen, groß oder klein, den man so richtig liebhaben kann und gehen wir – vorsichtig – in die Sonne, die sich ja merkwürdigerweise auch an der Aggressionsphase beteiligt, und in die Natur. Legen wir das Largo von Dvoraks Symphonie „aus der neuen Welt“ auf oder freuen uns mit den überaus sympathischen Mädels der Frauen Fußball Nationalmannschaft über ihre guten Leistungen. Dann können wir immer noch überlegen, ob wir uns um 20:15 runterziehen lassen oder doch abtauchen.

Charly Chaplin hätte wohl formuliert: Modern Times.

Ihr

Gehhobmidochgern

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